Feministischer Postenlauf

Unser feministischer Postenlauf am 14. Juni 2020 in der Berner Altstadt war trotz drohendem Regen und Corona-Massnahmen ein riesiger Erfolg! Zwischen 2000 und 3000 Personen haben daran teilgenommen und sich zu Themen wie Mutterschutz und Lohngleichheit informiert, Geschichten von Migrant*innen gelesen oder einfach eine Weile gefrau*lenzt. Es war grossartig: Wir sind immer noch viele und immer noch laut! Vielen Dank allen, die mitgeholfen und teilgenommen haben!

Im Folgenden findest du Impressionen von unserem Postenlauf. Von den Info-Ständen unseres Kollektivs… dem Posten zu Migration… dem Posten «Zeit für Mutterschaft» der EKdM… dem Posten «Würdiges Alter für Frauen»… dem Posten zur Lohngleichheit… bis hin zum #Fraulenzen-Posten sowie den Posten, die von weiteren Organisationen betreut wurden.

Nebst den Posten war auch die Route dazwischen geschmückt und mensch konnte sich das Manifest durchlesen oder konnte anhand von Fotos in Erinnerungen an den grossen Frauen*streik 2019 schwelgen. Unsere Postenläufer*innen kamen in violett, brachten kreativ ihre Forderungen zum Ausdruck und nahmen an der Lärmaktion um 15:24 Uhr sowie an der Demo teil.

Fotograf*innen waren Anna von Arx, Silvia Schönenberger, Denise Brechbühl, Simona Isler und Lirija Sejdi.

Die Demo vor dem Bundeshaus:

15.24 Uhr: Wir lassen es krachen, weil wir von diesem Zeitpunkt an gratis arbeiten müssten! Die Lärmaktion:

Wenn Frau will, steht alles still! Für Frau*lenzen statt gratis zu arbeiten:

Das Quiz zur Lohngleichheit – Wo gilt gleicher Lohn für gleiche Arbeit” in der Schweiz? Die Antwort: Nirgends! Weder in öffentlichen noch im privaten Sektor herrscht Lohngleichheit. Nur auf der Ebene von einzelnen Organisationen oder Unternehmen mag es solche geben, bei denen diese Selbstverständlichkeit die Regel und nicht die Ausnahme ist:

Kinderbetreuung ist keine Privatsache! Jedes Jahr leisten Frauen Gratisarbeit im Wert von 250 Milliarden Franken. Ohne ihren Gratis-Beitrag zum Beispiel in der Betreuung der Kinder oder in der Pflege von Angehörigen würde unsere Gesellschaft zusammenbrechen. Zugleich sind die Löhne in den als weiblich geltenden Betreuungsberufen, wie in der Pflege oder bei der Kita- und Tagesschulbetreuung, viel zu tief. Die Eidgenössische Kommission dini Mueter (EKdM) fordert deshalb ein Jahr bezahlten Mutterschaftsurlaub und mehr Wertschätzung für die wertvolle Care-Arbeit:

Migrant*innen werden oft mehrfach diskriminiert: Weil sie Frauen (cis, trans, intergeschlechliche) oder non-binären Personen sind, weil sie Migrant*innen und/oder Ausländer*innen sind; oft werden sie darüber hinaus auch wegen ihrer Hautfarbe, ihrer Religion oder mit Hilfe ihres Aufenthaltstatus’ ausgegrenzt. An ihrem Posten erzählten Migrant*innen ihre Geschichten:

Nach all dem Gratis-Chrampf und einem Berufsleben mit weniger Lohn als die männlichen Kollegen, droht Frauen (cis, trans, intergeschlechtliche) und intergeschlechtlichen Personen im Alter Armut, denn gerade in der 2. Säule, der Pensionkasse, werden sie stark diskriminiert. Und von der privaten 3. Säule können viele Frauen nur träumen! Wir fordern deshalb, dass jemensch in Würde altern kann:

Mit von der Partie am Feministischen Postenlauf waren auch mit dem Frauenstreik-Kollektiv befreundete Organisationen. Hier ein Überblick:

Auch zwischen den Posten gab es viel zu entdecken, zum Beispiel Bilder vom Frauenstreik 2019. Auch am 14. Juni 2020 war Bern in Violett getaucht:

So vielfältig wie das Frauenstreik-Kollektiv, so divers waren auch die Besucher*innen:

Orientierungshilfe boten die Info-Stände des Frauenstreik-Kollektivs: